Im Osten der Demokratischen Republik Kongo, in der Provinz Süd-Kivu, arbeiten wir mit unserer Partnerorganisation À Portée de Mains (APM) zusammen. Sango Shila und sein Team kennen die Menschen, die Wege und die Herausforderungen vor Ort. Gemeinsam haben wir in den letzten zwei Jahren Schulen, Gesundheitszentren und Geflüchtetencamps mit sauberem Trinkwasser versorgt. Hier ein Überblick, was daraus geworden ist.
Auf einen Blick: 6 Standorte · 17 AQQAcube-Filter · 1 Regenwassertank
So arbeiten wir: Ein Filter ist erst der Anfang
Sauberes Wasser soll nicht nur am Tag der Installation fließen, sondern auch noch in einigen Jahren. Deshalb gehört zu jedem unserer Projekte ein festes Monitoring. Das Team von APM besucht alle Filter regelmäßig, desinfiziert und wartet sie alle sechs Monate. Membranen werden gereinigt oder ersetzt, und die Menschen vor Ort werden in der richtigen Nutzung und Pflege der Anlagen geschult. Gleichzeitig sammelt APM Daten dazu, wie oft die Filter genutzt werden und wie sich die Gesundheit der Menschen verändert. So sehen wir, ob unsere Arbeit wirkt, und können eingreifen, bevor etwas kaputtgeht.
1. Unser erstes Kongo-Projekt: Schule und Klinik von APM in Ake
Hier hat unser Engagement in der DR Kongo angefangen. 2024 kamen wir in Kontakt mit APM, im Januar 2025 haben wir je einen AQQAcube-Filter an der Grundschule, die von ihnen selbst getragen wird, und an der angeschlossenen Klinik installiert. Seitdem trinken 230 Schüler:innen, ihre 12 Lehrkräfte und die Patient:innen der Klinik sauberes Wasser. Doch ein Filter braucht Wasser, das er filtern kann, und gerade in der Trockenzeit war das knapp. Deshalb haben wir im Mai 2026 an der Schule eine Regenwassersammelanlage mit einem Tank für 5.000 Liter gebaut. Jetzt ist die Versorgung auch dann gesichert, wenn es länger nicht regnet. Laut einer Erhebung von APM sind die Fälle von Durchfall, Cholera und Typhus an der Schule bis zu 89 % und an der Klinik um rund 64 % zurückgegangen. In anderen Ländern wie Kenia oder Uganda bauen wir schon seit längerem Regenwasseranlagen für Communities mit guten Erfahrungen, weshalb wir diese nachhaltigen Infrastrukturprojekte zukünftig auch im Kongo fortsetzen wollen.

2. Azina-Schule in Mboko
Die Gemeinschaftsschule Azina im Dorf Mboko, Territorium Fizi, bat APM um einen Filter, damit ihre 205 Schüler:innen vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe sauberes Trinkwasser haben. Bis dahin kam das Wasser aus dem Tanganjikasee, aus Flüssen und Brunnen, und es war mit Bakterien belastet. Seit Mai 2025 steht ein AQQAcube in der Schule. Dieser hat die Anzahl an Fehltagen der Schüler:innen drastisch reduziert. Sie können sich jetzt besser aufs Lernen konzentrieren.
3. Geflüchtetencamps Lusenda und Mulongwe
In den beiden Camps leben über 45.000 Geflüchtete aus Burundi. Organisationen, die sich um Wasser und Hygiene kümmern, gibt es hier seit dem Kürzen der Gelder von USAID kaum noch. Die Lage dort ist prekär; Mulongwe wurde eröffnet, da in Lusenda kein Platz mehr war. In zwei Phasen haben wir 12 AQQAcube-Filter aufgestellt, je sechs pro Camp. Rund 7.500 Haushalte haben dadurch Zugang zu sauberem Trinkwasser. Der Weg dorthin war lang: Die Filter kamen über Bujumbura nach Uvira, mit Booten über den Tanganjikasee bis Baraka und von dort mit Allradfahrzeugen in die Camps. Damit sie dauerhaft funktionieren, kümmern sich lokale Ansprechpartner:innen aus den Camps um die tägliche Betreuung. Laut einer Erhebung von APM gibt es einen deutlichen Rückgang von Durchfall, Cholera und Typhus-Fällen. Wir sagen es aber auch ehrlich: Der Bedarf ist größer, als wir ihn allein decken können. Jeder weitere Filter heißt aber, dass wieder Hunderte Familien nicht mehr fürchten müssen, krank zu werden, wenn sie Wasser trinken.
4. Abeka Klinik
Die Menschen im Dorf Kabumbe holen ihr Wasser aus dem Tanganjikasee oder dem Fluss Kabumbe, manche gehen dafür mehr als fünf Kilometer. Etwa 8.000 Menschen leben in und ums Dorf. Das Gesundheitszentrum Abeka behandelt bis zu 50 Patient:innen am Tag, viele davon mit Krankheiten, die von verschmutztem Wasser kommen. Ausgerechnet dort fehlte sauberes Trinkwasser. Seit Mai 2025 hat das Zentrum einen eigenen AQQAcube-Filter.
5. Weiterführende Schule in Uvira
Unser jüngstes Projekt: Pünktlich zum Schulstart im September 2026 haben wir einen AQQAcube an die Schule CARIDD in Uvira geliefert. Bis dahin holten die 1.026 Schüler:innen ihr Wasser aus verschmutzten Wasserstellen. Ein Labortest fand darin Ruhr-Erreger und rund dreimal so viele Keime wie erlaubt. Jetzt gibt es sauberes Trinkwasser direkt in der Schule. Für so viele Kinder reicht ein Filter aber auf Dauer nicht. Wir suchen deshalb gemeinsam mit der Schule nach einer Lösung.
Ausblick: Gemeinsam weiter
Jeder dieser Standorte zeigt, was möglich ist, wenn Menschen vor Ort und Unterstützer:innen hier zusammenarbeiten. Wie viel eine einzelne Person bewegen kann, hat uns Lars gezeigt. Der 21-jährige WeWater-Unterstützer ist mit dem Fahrrad von Heidelberg bis nach Istanbul gefahren, mit dem Ziel, für jeden Kilometer einen Euro an Spenden zu sammeln. Das hat geklappt: Mit seiner Spendenaktion auf Betterplace kamen rund 3.000 € zusammen, und damit finanziert Lars vollständig unser nächstes Projekt:
6. Child and Family Centre Ananda, Territorium Fizi
Im Dorf Ananda wird aktuell ein Child and Family Centre fertig gebaut, ein geschützter Ort, an dem Kinder spielen, lernen und zur Ruhe kommen können, unabhängig von Herkunft oder Religion. Viele von ihnen sind von den Folgen des Krieges im Osten des Landes betroffen. Sauberes Trinkwasser gibt es dort bisher nicht: Das Wasser aus Brunnen, Fluss und See ist mit Bakterien belastet, und um überhaupt Wasser zu holen, müssen die Kinder 5 bis 8 Kilometer laufen. Weil APM von unserer letzten Lieferung noch Filter in Uvira auf Lager hat, fallen keine Kosten für internationalen Transport und Zoll an. Die rund 3.000 € decken den Filter, den Transport vor Ort, die Wasseranalyse, die Installation und die erste halbjährliche Wartung.
Du möchtest uns unterstützen? Mit deiner Spende bringst du sauberes Wasser an weitere Schulen, Kliniken und in die Camps und sorgst dafür, dass die bestehenden Filter noch lange laufen.







