Projektdetails
Ake, Territorium Fizi, Provinz Süd-Kivu, DR Kongo
Demokratische Republik Kongo
Sauberes Trinkwasser für Schüler:innen, Lehrkräfte und Patient:innen in der Gemeinde Ake
Spende und Installation von 2 AQQAcube-Filtern sowie Bau einer Regenwassersammelanlage mit Tank
230 Schüler:innen, 12 Lehrkräfte, Patient:innen und Personal des Gesundheitspostens und umliegende Dorfbevölkerung

Das Projekt in zwei Phasen
Phase 1: Spende und Installation von 2 AQQAcube-Filtern in Schule und Gesundheitsposten.
Phase 2: Bau einer Regenwassersammelanlage mit 5.000-Liter-Tank an der Schule
Situation vor Ort
Das Territorium Fizi im Osten der Demokratischen Republik Kongo liegt am Tanganjikasee – einem der größten Süßwasserseen der Welt. Trotz dieser scheinbaren Wassernähe ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser für die ländliche Bevölkerung stark eingeschränkt. Die Menschen leben überwiegend von Landwirtschaft, Fischerei und Kleinhandel und sind auf Brunnen und Flüsse angewiesen, deren Wasser häufig durch tierische und menschliche Ausscheidungen sowie durch Pestizide und Dünger aus der Landwirtschaft verunreinigt ist.
Die Folgen sind gravierend: Cholera, Typhus und Durchfallerkrankungen treten in der Region regelmäßig auf, mit einer besonders hohen Kindersterblichkeit durch wasserbedingte Infektionen. Hinzu kommen wiederkehrende bewaffnete Konflikte, mangelnde öffentliche Investitionen in die Wasserinfrastruktur und schlecht ausgebaute Straßen, die viele Dörfer praktisch von Hilfsmaßnahmen abschneiden.
In den Dörfern rund um Ake betreibt unsere lokale Partnerorganisation À Portée de Mains (APM) eine Grundschule und einen Gesundheitsposten. Die Lehrkräfte beobachten dort seit Längerem, dass Kinder regelmäßig dem Unterricht fernbleiben, weil sie an wasserbedingten Krankheiten leiden – ein direktes Hindernis für ihre Bildung und Entwicklung. Genau hier setzt unser Projekt an.

Projektumsetzung – Phase 1
Gemeinsam mit APM haben wir im Mai 2025 zwei AQQAcube-Wasserfilter an die zentralen Anlaufstellen der Gemeinde gebracht: einen in die Grundschule À Portée de Mains und einen in den angegliederten Gesundheitsposten. Jeder Filter kann bis zu 1.200 Liter sauberes Trinkwasser pro Tag bereitstellen.
Der Weg der Filter von Berlin bis nach Ake war lang und logistisch anspruchsvoll. Nach dem Versand von Deutschland kamen sie zunächst am internationalen Flughafen in Bujumbura, der größten Stadt Burundis, an, wo die Zollformalitäten abgewickelt und die Filter zwischengelagert wurden. Anschließend ging es per Straße über die Grenze nach Uvira in die Demokratische Republik Kongo. Da die Straße von Uvira ins Gebiet Fizi durch jahrelange Vernachlässigung und Konflikte nicht mehr befahrbar ist, wurden die Filter den letzten Abschnitt mit motorisierten Pirogen über den Tanganjikasee bis nach Swima transportiert – von dort auf dem Fahrrad bis zum Installationsort in Ake.

Vor der eigentlichen Installation führte das APM-Team Sensibilisierungsschulungen mit Lehrkräften, Schüler:innen, dem Elternbeirat und den Mitarbeitenden des Gesundheitspostens durch, in den lokalen Sprachen und mit praktischen Vorführungen am Filter. Vermittelt wurden die richtige Bedienung, die Pflege des Filters sowie grundlegende Hygieneregeln im Umgang mit Trinkwasser.


Projektumsetzung – Phase 2
Nach der Installation der Filter zeigte sich schnell eine neue Herausforderung: Die Filter liefern zwar sauberes Trinkwasser, müssen aber zuerst mit Rohwasser befüllt werden. Dieses Wasser mussten Schüler:innen und Lehrkräfte bisher über weite Strecken vom Fluss Ngovi holen. Dabei ging wertvolle Unterrichtszeit verloren, und gerade in der Trockenzeit war oft nicht genug Wasser da.

Deshalb haben wir gemeinsam mit APM in einer zweiten Projektphase im Mai 2026 eine Regenwassersammelanlage an der Schule À Portée de Mains gebaut. Über Metallregenrinnen am Schuldach und PVC-Rohre wird das Regenwasser in einen Tank mit 5.000 Litern geleitet. Aus diesem Tank wird der AQQAcube-Filter der Schule direkt befüllt. Zusätzlich deckt das gespeicherte Wasser weiteren Bedarf der Schule, etwa für Toiletten und die Reinigung. Die Kinder müssen nun nicht mehr weit laufen, um Wasser zu holen, und auch in trockenen Wochen bleibt die Versorgung stabil.

Vor dem Bau fand ein Treffen mit der Dorfgemeinschaft statt. Dort erklärte das APM-Team, welche Vorteile die Regenwassernutzung hat, und warb dafür, dass sich die Gemeinschaft am Bau beteiligt und die Anlage danach pflegt. Ein Technikteam aus Uvira hat die Anlage dann zusammen mit Menschen aus dem Dorf aufgebaut, mit einem mobilen Schweißgerät auch für die Regenrinnen. Ganz einfach war das nicht: Der Materialtransport war schwierig, das Internet fiel zeitweise aus, und Treibstoff für das Schweißgerät war kaum zu bekommen. Deshalb dauerten die Arbeiten länger als geplant. Am Ende wurde die gesamte Anlage mit Wasser getestet, sie ist nun in Betrieb und funktioniert einwandfrei.


Schulleitung und Dorfbewohner:innen waren mit dem Ergebnis sehr zufrieden und wünschen sich, dass auch andere Einrichtungen im Gebiet Fizi solche Anlagen bekommen.
Projektkosten
Phase 1 - Installation von 2 AQQAcube-Filtern
| 3.000 € | 2 AQQAcube-Filter |
|---|---|
| 1.400 € | Zoll & Transport (Deutschland–Bujumbura–Uvira–Ake) |
| 250 € | Laborkosten (Wasserqualitätsanalysen) |
Phase 2 - Regenwassersammelanlage mit 5.000-Liter-Tank
| 2.065 € | Transport, Arbeitskosten & Regenwasserinfrastruktur (Tank, Regenrinnen, Rohre) |
|---|
Gesamtkosten des Projekts: 6.715 €

Spenden
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Nachhaltigkeit
Die Nachhaltigkeit unserer Arbeit bei diesem Projekt wird durch drei Punkte sichergestellt:
- Schulungen (Umgang mit den Filtern und Hygiene)
- Schutz der Filter
- Langfristige Projektüberwachung
Lehrkräfte, Schüler:innen, Eltern und das Personal des Gesundheitspostens wurden vor Ort im Umgang mit den Filtern geschult und mit der Technik vertraut gemacht. Zusätzlich erhielten sie eine Einführung in das Thema Wasserhygiene, um die Filter dauerhaft effektiv nutzen zu können.
Die Filter stehen geschützt in Innenräumen: einer im Büro der Schule, einer im Gesundheitsposten.

Für den langfristigen Betrieb wurde ein lokales Betreuungskomitee aus Lehrkräften und Eltern gegründet. Es sorgt dafür, dass die Filter funktionsfähig bleiben, organisiert vierteljährlich Auffrischungsschulungen für die Schüler:innen und stellt sicher, dass alle gleichberechtigt Zugang zum sauberen Wasser haben.
Auch die Regenwassersammelanlage soll dauerhaft in gutem Zustand bleiben: Die Gemeinschaft übernimmt zusammen mit APM ihre Pflege. Sie soll die Regenrinnen regelmäßig reinigen, Rohre und Anschlüsse prüfen und den Tank alle drei Monate warten.


















