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Zugang zu sauberem Wasser für Binnenvertriebene in Flüchtlingscamps

Zugang zu sauberem Wasser für Binnenvertriebene in Flüchtlingscamps

Projektdetails

In den Flüchtlingslagern Lusenda und Mulongwe im Osten der DR Kongo

Land

Demokratische Republik Kongo

Ziel

Sauberes Trinkwasser für burundische Geflüchtete in den Lagern Lusenda und Mulongwe

Umsetzung

Installation von insgesamt 12 AQQAcube-Filtern in zwei Phasen (je 6 pro Lager)

Menschen geholfen

Ca. 7.500 Haushalte

Das Projekt

Situation vor Ort

In den Flüchtlingslagern Lusenda und Mulongwe im Osten der Demokratischen Republik Kongo leben über 45.000 burundische Flüchtlinge, verteilt auf 67 Dörfer. Sie sind aufgrund politischer Krisen und Gewalt aus ihrer Heimat geflohen und leben unter Bedingungen, in denen die grundlegende Infrastruktur unzureichend oder überlastet ist.

Sie sind aufgrund politischer Krisen und Gewalt aus ihrer Heimat geflohen und leben unter Bedingungen, in denen die grundlegende Infrastruktur unzureichend oder überlastet ist.

Der Zugang zu sauberem Trinkwasser bleibt eine zentrale Herausforderung: Cholera, Typhus und Durchfallerkrankungen sind weit verbreitet und gefährden insbesondere Kinder, Schwangere und ältere Menschen. Die Bevölkerung ist auf verunreinigtes Wasser aus Bächen und ungeschützten Quellen angewiesen.

Unser Partner vor Ort: APM

À Portée de Mains (APM) ist eine lokal verankerte Hilfsorganisation in der Demokratischen Republik Kongo, die sich seit mehreren Jahren in den Lagern Lusenda und Mulongwe in der Provinz Süd-Kivu für burundische Geflüchtete einsetzt. APM arbeitet in den Bereichen WASH (Water, Sanitation and Hygiene), Bildung, Frauenförderung und Kinderschutz und legt dabei besonderen Wert auf partizipative Projektarbeit.

Geleitet wird APM von Sango Shila, einem Aktivisten aus der Region, der die strukturellen Herausforderungen vor Ort aus erster Hand kennt. Mit einem lösungsorientierten und transparenten Ansatz hat er APM zu einer verlässlichen Partnerorganisation für internationale NGOs und Förderinstitutionen aufgebaut.

Die offizielle staatliche Einrichtung zur Verwaltung der Flüchtlingslager in der D.R. Kongo, die Commission Nationale de Réfugiés (CNR), würdigt die gemeinsame Arbeit von APM und WeWater ausdrücklich und zählt WeWater inzwischen zu den Schlüsselakteuren im WASH-Bereich in den Lagern – gerade in einer Phase, in der sich infolge des Rückzugs großer internationaler Geber zahlreiche andere WASH-Akteure aus der Region zurückgezogen haben.


Phase 1: Der Einstieg mit sechs Filtern

In der ersten Projektphase hat WeWater gemeinsam mit APM 6 AQQAcube-Filter in den beiden Lagern installiert – jeweils drei in Lusenda und drei in Mulongwe.

Vorbereitung und Standortauswahl

Zur Vorbereitung wurden zwei Strategietreffen mit allen relevanten Akteuren vor Ort organisiert: der CNR, den Leitungsgremien der Lager, Gemeindevorständen, Vertreter:innen der Geflüchteten sowie dem technischen Team von APM. WeWater wurde regelmäßig informiert und einbezogen.

Abgestimmt wurden insbesondere:

  • die Standorte der Filter
  • die Rollenverteilung bei Betrieb und Wartung
  • Logistik und Transport
  • die Einbindung und Schulung der lokalen Gemeinschaft

Transport der Filter

Die Wasserfilter wurden aus Deutschland geliefert und über den Internationalen Flughafen Melchior Ndadaye in Bujumbura (Burundi) eingeführt. Von dort gelangten sie über Uvira, weiter aufgrund unbefahrbarer Straßen mit motorisierten Pirogen über den Tanganjikasee weiter nach Baraka und schließlich per Allradfahrzeug in die Lager. Trotz der komplexen Route verlief der Transport planmäßig und sicher.

Aufklärung und Schulung

Vor der Installation fanden in den Lagern Informationsveranstaltungen statt. Mitarbeitende von APM, der CNR sowie des lokalen WASH-Komitees erklärten Funktion, Wartung und Lebensdauer der Filter – in den Sprachen Kirundi und Swahili, um eine bestmögliche Verständlichkeit zu gewährleisten. Spezielle Zielgruppen nahmen an praktischen Demonstrationen teil, um den sicheren Umgang mit den Filtern zu erlernen.

Installation

In jedem Lager wurden drei Wasserfilter installiert:

  • Lusenda: im Hauptgesundheitszentrum, in einem weiteren Gesundheitsposten und im Büro des Lagerausschusses
  • Mulongwe: im stark bewohnten Block 14, im Gesundheitszentrum und im Verwaltungsbüro

Für den Betrieb der Filter wurden in beiden Lagern Verwaltungskomitees mit jeweils fünf Mitgliedern gegründet – mindestens 80 % davon Frauen. Sie sind verantwortlich für die Nutzung und Wartung der Filter, regelmäßige Aufklärungsveranstaltungen sowie den gerechten Zugang zum gefilterten Wasser. Die Komitees erhielten eine Schulung in Community Governance und werden weiterhin technisch begleitet.

Erste Wirkung

Mit den sechs installierten Filtern wurden bereits rund 7.500 Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgt. Erste Rückmeldungen aus den Gesundheitszentren bestätigten eine deutliche Reduktion wasserbedingter Erkrankungen in den betreuten Bereichen. Den Bericht mit Datenerherbung findest du hier: 50% we­ni­ger Krank­hei­ten dank We­Wa­ter Fil­ter in Flücht­lings­camps in der DR Kon­go. Allerdings reichen die Filter für die Anzahl an Menschen nicht aus, weshalb wir uns mit unseren Partnern entschlossen haben, in einer zweiten Phase mehr Filter zu installieren.


Phase 2: Sechs weitere Filter – mehr Reichweite, neue Strategie

Die erste Phase hatte eindrucksvoll gezeigt, dass die AQQAcube-Technologie angenommen wird, zuverlässig funktioniert und Erkrankungen spürbar reduziert. Doch sechs Filter reichen bei weitem nicht aus, um über 45.000 Bewohner:innen zu versorgen. APM und WeWater haben daher gemeinsam 6 weitere AQQAcube-Filter beschafft und installiert – erneut je drei in Lusenda und drei in Mulongwe. Damit sind in beiden Lagern zusammen nun 12 Filter im Einsatz.

Standortauswahl auf Basis der Erfahrungen aus Phase 1

In Absprache mit der CNR, den Lagerleitungen, den Gemeindevertretungen und dem WASH-Komitee wurden die am stärksten besiedelten Bereiche der Lager identifiziert und gezielt für die neuen Installationen ausgewählt:

  • Lusenda: Bereiche Lusenda 1, Lusenda 2 und Lusenda 3
  • Mulongwe: Block 10, Block 4 und Block 7

Differenzierte Installationsstrategie

Ein wichtiges Learning aus Phase 1: Beide Lager haben unterschiedliche Strukturen und Bedarfe. In Phase 2 wurde deshalb für jedes Lager ein eigener Ansatz entwickelt:

Installationsort Direkt an Wasserstellen (Standrohre, Pumpen) Strategische öffentliche Orte
Vorrangiges Ziel Filterung des gesamten im Haushalt verwendeten Wassers Filterung für den direkten Konsum vor Ort
Reichweite Breit – alle Haushalte Gezielt – öffentliche Räume

Die Installation direkt an den Wasserstellen in Mulongwe bedeutet einen qualitativen Sprung: Hier wird nicht nur das Trinkwasser, sondern das gesamte im Haushalt verwendete Wasser gefiltert. Damit sinkt das Kontaminationsrisiko an der Quelle erheblich. In Lusenda hingegen liegt der Fokus auf öffentlich zugänglichen Standorten, an denen besonders viele Menschen versorgt werden können.

Sollte es zu einem epidemiologischen Notfall – etwa einem Cholera-Ausbruch – kommen, können die Filter flexibel an andere Standorte verlegt werden, um schnell zu reagieren.

Transport der Filter

Die sechs neuen Filter durchliefen mehrere logistische Etappen:

  1. Einfuhr aus Deutschland über den Internationalen Flughafen in Bujumbura, Burundi
  2. Verzollung durch eine zugelassene Zollagentur in Burundi und an der Grenze zum Kongo in Uvira
  3. Landtransport von Bujumbura nach Uvira und Zwischenlagerung im APM-Büro in Uvira
  4. Seetransport mit motorisierten Pirogen über den Tanganjikasee von Uvira nach Baraka – die Straße war in diesem Abschnitt aufgrund des schlechten Zustands nicht befahrbar
  5. Allradtransport von Baraka in die Lager

Trotz der komplexen Route erreichten alle Filter ihre Bestimmungsorte unversehrt und im Rahmen des mit WeWater abgestimmten Aktionsplans.

Lokale Verankerung und kontinuierliches Monitoring

Vor jeder Installation führte das technische Team von APM – gemeinsam mit der CNR und dem WASH-Komitee – Sensibilisierungsveranstaltungen in Kirundi und Swahili durch. Behandelt wurden Funktion, Wartung und korrekte Nutzung der Filter sowie zentrale Hygieneregeln.

Zur dauerhaften Betreuung wurden in Phase 2 zwei lokale Ansprechpartner formell beschäftigt, die Monitoring, Wartung und Berichterstattung übernehmen. Monatlich erstellen sie Berichte zum Zustand der Filter und zur Nutzungsfrequenz, die quartalsweise von der WASH-Projektleitung zusammengefasst werden.

Herausforderungen, denen wir uns weiterhin stellen

Trotz der Fortschritte bleibt die Versorgung lückenhaft. Im Projektbericht von APM werden folgende offene Punkte benannt:

  • Unzureichende Abdeckung: Auch 12 Filter reichen nicht für alle Haushalte
  • Schwierige Logistik in entlegenen Zonen aufgrund schlechter Straßenverhältnisse
  • Mangel an Behältern zur sicheren häuslichen Aufbewahrung des gefilterten Wassers
  • Fehlende Grauwasserinfrastruktur im Umfeld der Filterstandorte
  • Notwendigkeit kontinuierlicher Schulungen der Komitees im rationellen Wassermanagement

Diese Erkenntnisse fließen direkt in die Planung der nächsten Projektphase ein.

Projektkosten

Phase 1 - Pilotphase mit 6 AQQAcube-Filtern

8.820 € 6 AQQAcube-Filter
3.000 € Internationale Logistik (inkl. Luftfracht, Zwischenlagerung etc.)
2.150 € Zoll & Einfuhr (Burundi und DR Kongo)
1.215 € Transport & Lagerung vor Ort (Bujumbura–Uvira–Lusenda/Mulongwe)
500 € Aufenthalt, Verpflegung & Aufwandsentschädigung Projektteam
220 € Wasserqualitätsanalysen

8.820 € 6 AQQAcube-Filter
3.612 € Internationale Logistik (inkl. Luftfracht, Zwischenlagerung etc.)
3.450 € Zoll & Einfuhr (Burundi und DR Kongo)
1.710 € Transport & Lagerung vor Ort (Bujumbura–Uvira–Lusenda/Mulongwe)
350 € Aufenthalt, Verpflegung & Aufwandsentschädigung Projektteam
40 € Bank- & Verwaltungsgebühren

Durch die langfristige Überwachung, Instandhaltung, Kommunikation mit unseren Projektpartnern sowie der halbjährlichen Wartung und Ersatzteilbeschaffung fallen weitere Kosten an. Diese sind für das erste Jahr mit einberechnet.

Spenden

Wir danken all unseren Unterstützern, die die Finanzierung dieses Projekts möglich machten.

Ein besonderer Dank geht auch an die Unterstützung folgender Unternehmenspartner:

  • Westernacher Consulting unterstützte das Projekt mit einer Spende in Höhe von 11.760€.
  • Die Mitarbeitenden von Westernacher sammelten mit Privatspenden nochmals 1.308€.
  • Die Anwaltskanzlei mgp Merla Ganschow & Partner unterstützte die zweite Projektphase mit 6.535€.
  • Die AQUANEO Trinkwasserveredelung GmbH finanzierte mit 1.470€ einen AQQAcube.

Du findest das Projekt unterstützenswert? Dann spende jetzt für die langfristige Finanzierung anfallender Kosten.

WeWater gUG
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE90 3702 0500 0001 6026 01
BIC-/SWIFT: BFSWDE33XXX

Gib bitte Vor- und Nachnamen und Verwendungszweck deiner Spende (Wasserfilter Kongo) an.

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