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Durch­bruch beim Fluss­bad Ber­lin e.V.

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Durch­bruch beim Fluss­bad Ber­lin e.V.

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Schon seit 10 Jahren setzt sich der Verein Flussbad Berlin für die zukünftige Nutzung des Spreekanals als Freibad in der Stadtmitte Berlins ein. Die Verantwortlichen haben erst vor Kurzem herausgefunden, dass die Umwandlung des Spreeabschnittes in ein Badegewässer deutlich günstiger wird als ursprünglich erwartet. Was das mit der Wasserqualität der Spree und WeWater zu tun hat, erfahrt ihr in diesem Blogeintrag.

Baden in der Spree

Das Projekt soll mittels ökologischer Reinigung durch den Einsatz unterschiedlicher Filtersysteme ermöglicht werden. Der Badebereich soll sich über einen 850 m langen Bereich von der Museumsinsel bis zur Fischerinsel erstrecken.

Die beiden Organisationen WeWater und Flussbad Berlin e.V. teilen das gemeinsame Ziel der Wasseraufbereitung. Durch unsere Kooperation mit dem Verein hatten wir die Möglichkeit, den AQQACube in einem Praxisversuch über 6 Monate auf ihrem Testkahn mit Spreewasser zu testen. Wer mehr über das Projekt Flussbad Berlin und die getesteten Filtersysteme erfahren möchte, erfährt in diesem Beitrag von Josi detaillierte Informationen zu unserer Partnerschaft.


Schwimmbereich zwischen ESMT und Auswärtigem Amt, Blick auf die neue Wehranlage, den Filter (im Hintergrund) und Umkleiden am neu gestalteten Schlossplatz, Projektdarstellung 2019, cc Flussbad Berlin e.V.

Wasserqualität der Spree

Inwieweit ist die Wasserqualität der Spree von Bedeutung für das Projekt des Flussbads Berlin?

Beginnen wir damit, dass die Analyse der Wasserqualität der Spree von entscheidender Bedeutung für den Einsatz geeigneter Filtersysteme ist. Diese sollen gezielt die Wasserqualität in dem Flussabschnitt verbessern und die Spree in ein Badegewässer umwandeln. Allgemein ist das Problem mit der Spree, dass die Wasserqualität durch mehrere Faktoren beeinträchtigt wird. Bevor die Spree Berlin erreicht, gelangt eine hohe Anzahl von Nährstoffen aus landwirtschaftlich geprägten Räumen (Pestidize und Dünger) und inaktiven Braunkohle-Werken (Eisenhydroxid und Schwefelsulfat) in das Wasser und vermindern somit die Qualität der Spree stark. In der Fachsprache spricht man bei der Wasserqualität der Spree in Berlin von der Güteklasse II-III – das bedeutet, dass sie „kritisch belastet“ ist.

Gewässergüteklasse: Einteilung

Einteilung von Wasser-Güteklassen

Ein weiterer Faktor, der die vorliegende Flusswasserqualität der Spree beeinflusst, ist die Art der Kanalisation Berlins. In Berlin gibt es eine Mischkanalisation, in welcher anfallendes Schmutzwasser und Regenwasser im gleichen Kanal zusammenfließen. Anschließend wird das Mischwasser zu den Klärwerken transportiert und aufbereitet. Der Nachteil bei dieser Kanalisation wird bei anhaltenden starken Niederschlägen sichtbar. Die Masse an Regenwasser führt zu einem Überlaufen von nicht aufbereiteten Mischwasser in umliegende Gewässer. Durch diesen Zufluss von Schmutzwasser in die Spree verschlechtert sich die Wasserqualität mehrmals im Jahr drastisch. Der Verein Flussbad Berlin hat deshalb auch die Funktionsfähigkeit der Filtersysteme bei der Aufbereitung von Mischwasser untersucht. Bei dieser Gelegenheit testeten wir den AQQACube mit Spreewasser im Dauerstresstest – rund um die Uhr.

Die von dem Verein durchgeführten Versuche mit Mischwasser haben ergeben, dass das geplante Freibad bei anhaltendem Starkregen, aufgrund der drastisch abnehmenden Wasserqualität, für mehrere Tage gesperrt werden müsste.

Forschungsarbeiten von Flussbad Berlin zeigen vielversprechende Ergebnisse

Die über vierjährigen Forschungsarbeiten und rund 1700 durchgeführten Laboranalysen haben nun überraschende Ergebnisse geliefert. Bei den jahrelangen Untersuchungen hat sich nun gezeigt, dass die Qualität des Spreewassers deutlich besser ist als angenommen. Dies sind erfreuliche Nachrichten für das Projekt Flussbad Berlin. Falls das Flussbad Realität werden sollte, könnte die Fläche der notwendigen Filtersysteme um über die Hälfte an Fläche auf 1700 m2 reduziert werden.

Laut der Studie führt das zu über einem Drittel an Kosteneinsparungen für das gesamte Projekt. Trotz weniger Filter könne man immer noch eine „gute“ und sogar „ausgezeichnete“ Badewasserqualität in der Spree herstellen, so die Studie.

Wer träumt bei solchen Neuigkeiten nicht schon davon im Freibad Berlins zu schwimmen und die wunderschöne Altstadt zu bewundern?


AQQAcube vor dem Bio-Schilffilter

Weitere Informationen zum Flussbad Berlin e.V. findet ihr unter

http://www.flussbad-berlin.de


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Raphaela Küppers

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